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Arbeitsweise · KI-Werkzeuge

Wie ich KI in der App-Entwicklung einsetze – und wo nicht

Ich entwickle mit mehreren KI-Werkzeugen und lasse sie gegeneinander arbeiten, weil jedes von ihnen Fehler macht. Hier steht, wie das abläuft, was die Fehler abfängt und wo ich bewusst ohne KI arbeite.

Von Dominik Baki6 Minuten LesezeitGeprüft: 26. September 2026

Ich entwickle Apps mit KI-Werkzeugen und sage das offen. Dieser Beitrag klärt, welche Werkzeuge das sind, wie ich ihre Fehler abfange und wo ich bewusst ohne KI arbeite – damit Sie wissen, was in Ihrem Projekt passiert. Was vor dem ersten Code kommt, steht im Beitrag „Meine Entwicklung beginnt mit einem Gespräch“.

Vier Werkzeuge, drei davon im Abo

Im Alltag arbeite ich mit drei Werkzeugen, jeweils im bezahlten Abo: Claude Code mit Claude Max, ChatGPT mit Codex im Plus-Abo und die Gemini-App mit Google AI Pro.

Hin und wieder kommt DeutschlandGPT dazu, eine deutsche Plattform, über die mehrere Sprachmodelle laufen, auch solche, die ich sonst nicht nutze, etwa Llama oder Mistral. Ich nutze sie als weitere Zweitmeinung, für Texte und Formulierungen und für Inhalte, die in Deutschland gespeichert und in der EU verarbeitet werden sollen.

Dass es mehrere Werkzeuge sind, hat einen Grund: KI macht Fehler, und falsche Antworten klingen oft genauso überzeugend wie richtige.

Gegeneinander statt blind vertrauen

Ich lasse die Werkzeuge auf drei Arten gegeneinander arbeiten:

  • Eins schreibt, eins prüft. Ein Werkzeug schreibt den Code, ein anderes prüft ihn, bevor ich ihn selbst lese und teste.
  • Gleiche Aufgabe an mehrere. Bei kniffligen Fragen bekommen zwei oder drei Werkzeuge dieselbe Aufgabe. Weichen die Antworten voneinander ab, weiß ich, wo ich genauer hinsehen muss.
  • Zweitmeinung bei Fehlern. Hängt ein Werkzeug fest oder findet einen Fehler nicht, frage ich ein anderes.

Die letzte Prüfung bleibt trotzdem bei mir: Was bei Ihnen ankommt, habe ich gelesen, verstanden und getestet.

Ein Beispiel: RevierHege

Bei RevierHege, einer App für kleine Jagdgemeinschaften, hatte jedes Werkzeug eine eigene Aufgabe: ChatGPT half bei den Anforderungen und Issues, Gemini beim Code und Codex bei der Android-Fassung, die im August 2026 aus dem bestehenden Stand entstand.

Die Anforderungen stehen als Issues in einem GitHub-Projekt: 125 zwischen April und September 2026, 116 davon mit Akzeptanzkriterien. Auch Rückmeldungen aus dem Beta-Test wurden dort zu Issues, etwa „Objektpflege und Karten-UX aus Beta-Feedback verbessern“ mit Löschen, Umbenennen, stabiler Kartenposition und Satellitenansicht. Eine Frage aus der Testgruppe, wie man eine Kontrolle ohne Auffüllen einträgt, war noch am selben Tag ein Issue.

Was entwickelt wird und was nicht, habe ich entschieden, auch dass die App nicht vermarktet wird. Wie der Test mit echten Nutzern ablief, steht im Praxisbericht auf dominikbaki.com.

Zwei Fehler aus diesem Projekt

Auch diese Website ist mit KI entstanden: Jede Änderung in ihrer Versionsgeschichte nennt Claude als Mitautor. Zwei Fehler zeigen, wie so etwas aussieht und wie es auffällt.

Der falsche Artikel vor der Hochzeitstorte

Auf der Seite zur Full-Service-App stand vor „Hochzeitstorte“ der Artikel „das“. Die Vorlage setzte ihn vor jeden Produktnamen, die Torte ist aber weiblich. Jedes Wort war richtig geschrieben, der Satz trotzdem falsch. Aufgefallen ist er mir bei der Durchsicht der Seite. Seitdem prüft ein Test den Artikel vor jedem Produktnamen, und eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung läuft über alle Seiten.

Die Testpflicht bei Google Play

Für einen Praxisbericht über TestFlight beantwortete die KI die Frage „Wie viele Tester braucht ein Beta-Test?“ mit „Eine feste Zahl gibt es nicht.“ Für Apple stimmt das, für Google Play nicht: Neue private Entwicklerkonten brauchen dort vor der Veröffentlichung einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern über 14 Tage. Mir ist das bei der Durchsicht aufgefallen, bevor die Seite online ging. Jetzt steht die Antwort mit Quelle da.

Beide Fehler hat kein Werkzeug gefunden, sondern ein Mensch, der den Inhalt kennt. Deshalb geht keine Änderung ohne meine Freigabe online.

Was Fehler zusätzlich abfängt

Auch Menschen übersehen etwas. Deshalb laufen bei dieser Website mit jeder Änderung automatische Prüfungen:

  • Tests für Aufbau, Links und strukturierte Daten jeder Seite, dazu Barrierefreiheit und Darstellung auf dem Smartphone.
  • Eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung über alle Seiten.
  • Die Freigabe jedes Textes per Pull Request, bevor er online geht.

In Kundenprojekten gilt dasselbe Prinzip: Beim MVP und bei der Full-Service-App gehören Tests und Qualitätssicherung ausdrücklich zum Umfang.

Wo ich bewusst ohne KI arbeite

  • Zugangsdaten und personenbezogene Daten. Schlüssel, Passwörter und Daten über Menschen gebe ich in kein KI-Werkzeug ein, auch nicht in DeutschlandGPT.
  • Produktentscheidungen. Was entwickelt wird und was nicht, entscheide ich. Das Nein zur Vermarktung von RevierHege war eine solche Entscheidung.
  • Kundengespräche. Gespräche, Angebote und Zusagen an Kunden führe ich selbst.
  • Rechtliches. Die Rechtstexte dieser Website stammen von der IT-Recht Kanzlei, nicht aus einer KI.

Was mit Ihren Daten passiert

Alle vier Werkzeuge verarbeiten Eingaben beim jeweiligen Anbieter. Deshalb gelten zwei Regeln.

Ihre Daten fließen in kein Training. Bei Claude, ChatGPT samt Codex und der Gemini-App ist das Training mit meinen Eingaben abgeschaltet. DeutschlandGPT schließt es nach eigener Angabe aus und speichert in Deutschland.

Auch ohne Training speichern die Anbieter Eingaben eine Zeit lang: Anthropic 30 Tage, Google bei der Gemini-App 72 Stunden, ChatGPT so lange, bis ich einen Chat lösche, und danach bis zu 30 Tage. Zugangsdaten und personenbezogene Daten gehören deshalb in keines dieser Werkzeuge.

Was das für Sie als Kunde heißt

  • Im Angebot steht, dass ich mit KI-Werkzeugen arbeite. Widersprechen Sie, entsteht Ihr Projekt ohne KI.
  • Der Festpreis gilt für das geprüfte Ergebnis, egal mit welchem Werkzeug es entstanden ist.
  • Ein Versprechen, dass es mit KI schneller oder billiger wird, gebe ich nicht.

Die Grundlagen kennen: die KI-Verordnung

Für KI gibt es in der EU eigene Regeln, die KI-Verordnung, auf Englisch EU AI Act. Ihre Grundlagen habe ich im August 2026 in einer Online-Schulung bei NEWLIFEDIGITAL gelernt und alle Verständniskontrollen bestanden. Der Eintrag steht bei meinen Qualifikationen, das Zertifikat zeige ich auf Anfrage.

Eine Beratung zur KI-Verordnung biete ich trotzdem nicht an. Rechtliche Fragen gehören zu einer Kanzlei.

Fazit: Die KI schlägt vor, die Verantwortung bleibt bei mir

Ich nutze vier KI-Werkzeuge, weil jedes von ihnen Fehler macht und sie sich gegenseitig prüfen. Was trotzdem durchrutscht, sollen Tests und meine eigene Durchsicht abfangen; die beiden Fehler aus diesem Projekt hat meine Durchsicht gefunden. Zugangsdaten, personenbezogene Daten, Produktentscheidungen, Kundengespräche und Rechtliches bleiben ohne KI. Was bei Ihnen ankommt, habe ich gelesen, geprüft und getestet, und die Grundlagen der KI-Verordnung kenne ich aus einer eigenen Schulung.

Häufige Fragen zum KI-Einsatz

Welche KI-Werkzeuge setzen Sie ein?

Claude Code, ChatGPT mit Codex und Gemini, jeweils im bezahlten Abo, dazu gelegentlich DeutschlandGPT. Die Werkzeuge schlagen vor; was bei Ihnen ankommt, habe ich gelesen, geprüft und getestet.

Wird mein Code zum Training verwendet?

Nein. Bei Claude, ChatGPT samt Codex und der Gemini-App ist das Training mit meinen Eingaben abgeschaltet, DeutschlandGPT schließt es nach eigener Angabe aus. Zugangsdaten, Schlüssel und personenbezogene Daten gebe ich in keines dieser Werkzeuge ein.

Kann ich den KI-Einsatz ablehnen?

Ja. Dass ich mit KI-Werkzeugen arbeite, steht in jedem Angebot. Widersprechen Sie, entsteht Ihr Projekt ohne KI.

Wird die App dadurch günstiger?

Die Festpreise hängen nicht davon ab, mit welchen Werkzeugen ich arbeite. Sie bezahlen ein geprüftes Ergebnis zum vorher vereinbarten Preis.

Über den Autor

Dominik Baki ist Gründer von byte & Handwerk und entwickelt native Apps für iOS und Android, Web-Apps und die Backends dahinter. Er ist gelernter Bäcker und staatlich geprüfter biotechnologischer Assistent und arbeitete 17 Jahre in der regulierten pharmazeutischen und biotechnologischen Produktion, unter anderem bei AbbVie und AGC Biologics. Danach war er im Vertrieb tätig, bildete sich am Syntax Institut zur IT-Fachkraft für App-Entwicklung weiter und erwarb IHK-Zertifikate für iOS und Android (Originale auf Anfrage). Beruflicher Hintergrund und Qualifikationsnachweis →

Quellen und Aktualisierung

Grundlage dieses Beitrags

Der Beitrag beruht auf meiner eigenen Arbeitsweise und auf dieser Website. Jede Änderung an ihr ist mit Claude Code entstanden und im Repository dokumentiert, ebenso die beiden Fehler, die Tests, die Rechtschreibprüfung und die Freigabe per Pull Request.

Die Schulung zur KI-Verordnung ist eine eigene Angabe mit Teilnahmezertifikat von NEWLIFEDIGITAL vom 15. August 2026, Original auf Anfrage.

Zu Training und Speicherung gelten die Angaben der Anbieter, Stand September 2026 – Anthropic zu Claude, OpenAI zu den Datenkontrollen, OpenAI zur Speicherdauer, OpenAI zu Codex, Google zu Gemini und DeutschlandGPT.

Die Testpflicht bei Google Play beschreibt Google in der Hilfe der Play Console.

Zuletzt inhaltlich geprüft am 26. September 2026.

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