Wer eine App entwickeln lassen will, trifft die wichtigsten Entscheidungen vor dem ersten Auftrag. Es geht darum, wem er sie anvertraut, womit er anfängt und woran er merkt, dass ein anderer Weg besser wäre. Dieser Beitrag geht diese Entscheidungen der Reihe nach durch, aus der Sicht eines Entwicklers, der allein arbeitet.
Am Anfang steht eine Frage, keine Funktionsliste
Wer eine App-Idee umsetzen will, hat schnell eine Liste von Funktionen beisammen. Hilfreicher ist die eine Frage, an der das Vorhaben hängt. Gibt es das Problem wirklich? Lässt es sich technisch lösen? Kommen die späteren Nutzer damit zurecht?
Bei meinem eigenen Projekt RevierHege war es die Frage nach dem Problem. Über die Pilotgruppe habe ich andere Reviere gefragt, wie sie ihre Futterstellen heute organisieren, und bewusst nicht, ob sie eine App wollen. Das Ergebnis war ein Nein zur Vermarktung, obwohl die App in der Pilotgruppe ihren Zweck erfüllt. Warum das ein gutes Ergebnis ist, steht im Beitrag „Warum ein begründetes Nein ein gutes Ergebnis sein kann“.
Wer eine App für Sie entwickeln kann
Ob Sie es „App programmieren lassen“ oder „App erstellen lassen“ nennen: Gemeint ist, dass jemand aus Ihrer Idee eine nutzbare App macht. Dafür gibt es vier Wege.
- Eine Agentur hat mehrere Fachleute für Konzept, Gestaltung und Entwicklung und kann an mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten. Das passt, wenn Umfang und Zeitplan groß sind.
- Ein Freelancer entwickelt selbst und ist Ihr einziger Ansprechpartner. Das passt, wenn der Umfang überschaubar ist und Sie kurze Wege wollen. Die Grenze ist seine Zeit.
- Ein eigenes Team lohnt sich, wenn die App zum Kern Ihres Geschäfts gehört und dauerhaft weiterentwickelt wird.
- Ein Baukasten oder ein KI-Werkzeug kann für einen ersten Entwurf oder eine einfache App reichen.
Ich bin Freelancer. Bei mir sprechen Sie von der ersten Frage bis zur Übergabe mit derselben Person. Dafür nehme ich nur so viele Projekte an, wie ich selbst betreuen kann. Ob das zu Ihrem Vorhaben passt, gehört ins erste Gespräch, auch die Antwort, dass ein anderer Weg besser wäre.
Was Sie vor dem ersten Gespräch klären
- 01 · NutzerWer soll die App benutzen, und in welcher Situation?
- 02 · ProblemWas läuft heute umständlich, und wie lösen die Nutzer es bisher?
- 03 · Erste VersionWelche wenigen Schritte muss die erste Version können, damit jemand sie benutzt?
- 04 · DatenWelche Daten entstehen, wer darf sie sehen, und wo sollen sie liegen?
- 05 · GeräteReicht zunächst eine Plattform, oder müssen iOS und Android gleichzeitig starten?
- 06 · RahmenWelches Budget und welcher Zeitraum stehen für den ersten Schritt fest?
Fertige Antworten brauchen Sie nicht. Es genügt, wenn die Fragen gestellt sind. Im Gespräch will ich vor allem wissen, wie der Ablauf heute aussieht; daraus ergibt sich, was die App können muss.
In welchen Schritten eine App entsteht
Zwischen Idee und App im Store liegen Schritte, die sich einzeln beauftragen lassen. Jeder beantwortet eine andere Frage.
- Ein klickbarer Prototyp zeigt, wie sich die App bedienen lässt, noch ohne Code. Bei mir ist es die Schautorte.
- Ein Proof of Concept klärt mit lauffähigem Code die eine technische Frage, an der alles hängt. Bei mir ist es das Probebacken (PoC-Sprint).
- Ein MVP ist die erste nutzbare Version mit den Kernfunktionen, getestet von echten Nutzern. Bei mir ist es das Sauerteigbrot (MVP).
- Die App für beide Stores kommt danach. Bei mir ist es die Hochzeitstorte (Full-Service-App).
Sie müssen also nicht gleich in den großen Auftrag gehen. Folgt auf einen frühen Schritt der nächste, rechne ich ihn ganz oder zur Hälfte an.
Was es kostet, eine App entwickeln zu lassen
Bei mir reicht die Spanne von 1.600 Euro für einen klickbaren Prototyp über 14.340 Euro für ein MVP bis ab 31.040 Euro für eine App in beiden Stores. Jeder Preis ist ein Festpreis für einen beschriebenen Umfang, und Mehraufwand gibt es nur nach Ihrer Freigabe.
Dazu kommen Kosten, die nicht bei mir anfallen: die Gebühren der Stores und der laufende Betrieb. Die ganze Rechnung steht auf der Seite Kosten und Festpreise.
Nativ, plattformübergreifend oder Web-App
Die Plattform entscheidet über Aufwand und Möglichkeiten. Nativ entwickelte Apps haben vollen Zugriff auf die Funktionen des Geräts, brauchen für iOS und Android aber zwei Codebasen. Plattformübergreifende Werkzeuge teilen den Code ganz oder teilweise. Eine Web-App läuft im Browser und kommt ohne Store aus.
Meine Erfahrung liegt bei nativen Apps und bei einer Web-App. Ein plattformübergreifendes Referenzprojekt habe ich noch nicht. Wann welcher Weg passt, steht auf der Seite Plattformen.
Woran Sie einen passenden Entwickler erkennen
Diese Fragen können Sie jedem stellen, der Ihre App entwickeln soll. Meine Antworten stehen dahinter.
- Zeigt er eigene Apps, und sagt er, in welchem Stand sie sind? Meine drei Projekte stehen mit ihrem Stand unter Referenzen. In den Stores veröffentlicht ist noch keines: RevierHege läuft als Beta, TreueBiss hat einen Demozugang, EmigrateIn ist ein MVP für iOS.
- Nennt er Preis und Umfang, bevor Sie beauftragen? Bei mir stehen beide auf der Website.
- Sagt er, was nicht enthalten ist? Auf jeder Seite eines Pakets steht dazu eine Liste.
- Wem gehören die Konten bei Apple und Google? Sie laufen auf Ihr Unternehmen, und ich arbeite mit einem Zugang, den Sie mir einrichten.
- Wie geht er mit KI um? Ich nenne den Einsatz im Angebot offen, und Sie können widersprechen.
- Wer pflegt die App nach der Übergabe? Dafür gibt es bei mir ein Abo, das Sie monatlich kündigen können.
Was nach der Veröffentlichung kommt
Apple und Google prüfen jede App, bevor sie erscheint. Apple prüft nach eigener Angabe mindestens die Hälfte der Einreichungen in weniger als 24 Stunden und 90 Prozent in weniger als 48 Stunden. Bei Google kann die Prüfung je nach Konto und App bis zu sieben Tage dauern, in Ausnahmefällen länger. Ob und wann die App erscheint, entscheiden die Stores.
Danach beginnt der Betrieb. Jedes Jahr erscheinen neue Versionen von iOS und Android, und Bibliotheken veralten. Klären Sie deshalb vor dem Auftrag, wer die App pflegt. Dafür gibt es bei mir das Brötchen-Abo (Wartung).
Fazit: Erst die Frage, dann der Auftrag
Wer eine App entwickeln lassen will, klärt zuerst die Frage, an der das Vorhaben hängt, und wählt dann den Weg: Agentur, Freelancer, eigenes Team oder Baukasten. Der richtige Anfang ist der kleinste Schritt, der diese Frage beantwortet, also ein klickbarer Prototyp, ein Proof of Concept oder ein MVP. Kosten, Plattform und Pflege gehören vor dem Auftrag auf den Tisch.
Häufige Fragen, bevor Sie eine App entwickeln lassen
Wie lange dauert es, eine App entwickeln zu lassen?
Das hängt vom Schritt ab. Bei mir dauert ein klickbarer Prototyp eine Woche, ein PoC-Sprint ein bis zwei Wochen, ein MVP sechs bis zehn Wochen und eine App für iOS und Android samt Einreichung in beiden Stores ab drei Monaten. Ob und wann eine App im Store erscheint, entscheiden Apple und Google.
Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen?
Bei mir zwischen 1.600 Euro für einen klickbaren Prototyp und ab 31.040 Euro für eine App in beiden Stores, jeweils als Festpreis für einen beschriebenen Umfang. Wovon der Preis abhängt und was dazukommt, steht auf der Seite Kosten und Festpreise.
Agentur oder Freelancer – was passt besser?
Eine Agentur hat mehrere Fachleute und kann an mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten. Ein Freelancer entwickelt selbst, ist Ihr einziger Ansprechpartner und hat begrenzte Zeit. Ich bin Freelancer. Sie sprechen von der ersten Frage bis zur Übergabe mit mir, und ich nehme nur so viele Projekte an, wie ich selbst betreuen kann.
Brauche ich ein fertiges Konzept?
Nein. Es genügt, wenn Sie beschreiben können, wer die App nutzen soll und welches Problem sie löst. Aus dem ersten Gespräch entsteht im Idealfall ein klickbarer Prototyp, und an ihm zeigt sich, was noch fehlt.
Reicht ein Baukasten oder ein KI-Werkzeug?
Für einen ersten Entwurf oder eine einfache App aus Inhalten und Formularen kann das reichen. Kommen Gerätefunktionen, eigene Daten mit Zugriffsregeln oder die Prüfung durch die Stores dazu, braucht es jemanden, der den Code versteht und verantwortet. Ich setze selbst KI-Werkzeuge ein und lasse sie gegeneinander prüfen. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei mir.
Über den Autor
Dominik Baki ist Gründer von byte & Handwerk und entwickelt native Apps für iOS und Android, Web-Apps und die Backends dahinter. Er ist gelernter Bäcker und staatlich geprüfter biotechnologischer Assistent und arbeitete 17 Jahre in der regulierten pharmazeutischen und biotechnologischen Produktion, unter anderem bei AbbVie und AGC Biologics. Danach war er im Vertrieb tätig, bildete sich am Syntax Institut zur IT-Fachkraft für App-Entwicklung weiter und erwarb IHK-Zertifikate für iOS und Android (Originale auf Anfrage). Beruflicher Hintergrund und Qualifikationsnachweis →
Quellen und Aktualisierung
Grundlage dieses Beitrags
Der Beitrag beruht auf meiner eigenen Arbeitsweise und auf den Paketen dieser Website. Umfang, Dauer und Festpreise stehen auf den Seiten der Pakete, Stand 12. Oktober 2026. Die Beispiele stammen aus meinen eigenen Projekten RevierHege, EmigrateIn und TreueBiss.
Die Wege neben dem einzelnen Entwickler – Agentur, eigenes Team, Baukasten und KI-Werkzeug – ordne ich aus eigener Einschätzung ein, nicht aus eigener Messung. Preise anderer Anbieter nenne ich nicht.
Wie die Stores prüfen, beschreiben Apple und Google selbst – App Review bei Apple und Prüfung bei Google Play, beide abgerufen am 12. Oktober 2026.
Zuletzt inhaltlich geprüft am 12. Oktober 2026.
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